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Solarindustrie bleibt Ausnahmefall

Solarenergie für den Klimaschutz: Als Alternative ist die Energiegewinnung aus der Sonne im Aufwind. Allerdings schwelt schon länger ein Streit darüber, ob für die Herstellung von Solarzellen giftige Schwermetalle verwendet werden dürfen.

Solarindustrie bleibt Ausnahmefall

Cadmiumtellurid ist in rund 15 Prozent aller Solarzellen enthalten. Die Befürworter argumentieren mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Die Gegner fürchten enorme Rückstände giftiger Substanzen. Das Europäische Parlament stimmte am Mittwoch der Neufassung der schon bestehenden RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances Directive) über die Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten zu.

Schon bisher ist geregelt, dass Elektrogeräte mit Schadstoffen ohnehin nicht im normalen Müll landen dürfen. Höchst umstritten ist die Ausnahmeregelung für die Solarindustrie, die nun auch vom EU-Parlament bestätigt wurde.

Die EU-Kommission hatte beantragt, dass die Änderung der RoHS-Richtlinie im Einklang mit den Klimazielen der EU stehen müsse und Ausnahmen daher notwendig seien.

Das politische Lobbying des Weltmarktführers First Solar hat sich offenbar ausgezahlt. Das US-Unternehmen verwendet das Schwermetall Cadmium für seine Dünnschichtsolarmodule.

Dabei hatten sogar führende Unternehmen der Branche, die auf das unschädliche Silizium als Grundsubstanz setzen, selbst ein Cadmiumverbot von der EU-Kommission gefordert - aus Sorge, für enorme Mengen hochgiftiger Stoffe in Photovoltaikprodukten verantwortlich gemacht zu werden.

Selbst für grüne Politiker liegen die Vorteile von Cadmium auf der Hand (eine bessere Umweltbilanz als die Siliziummodule).

Rot und Grün trösteten sich nun mit der nächsten Revision der Richtlinie. Ob dann noch einmal eine Diskussion über das Verbot von Cadmiumtellurid für Solarzellen entsteht, ist fraglich.


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